26.11.2007 / 12:23 / André Fromme liest: Esra (Maxim Biller)

Was der Biller sah (29-40)


Diese Mofas aus griechischer Produktion werden in den Dschungeln Madagaskars noch häufig zur Lemurenjagd eingesetzt.
Zuletzt hatte ich ja Angst vor dem weiteren Fortschreiten der Metaebenen in »Esra«.

Statt dessen macht sich jetzt, nach dem Realitätsrückkopplungsgewitter der ersten 28 Seiten, Entspannung breit. Es geht nämlich zu guten Teilen nicht mehr um des Autors Selbstrechtfertigung, sondern zum Beispiel um Esras Ex-Mann. Der ist mir egal, war aber wohl früher nicht nur Esras Mann, sondern auch ein Kumpel des Ich-Erzählers. Was mich ebenfalls ausgesprochen kalt lässt.
Ganz im Gegensatz zum Ich-Erzähler: der ist mir aktuell hübsch unsympathisch. Tut die ganze Zeit so abgeklärt, neutral und wasnicht – und jammert eigentlich nur ein bisschen gefühlig vor sich hin. Vermutlich so wie ich nach meiner letzten Trennung, aber ich bin ja auch nicht auf die Idee gekommen, dass es toll wäre, das aufzuschreiben und dann auch noch zu veröffentlichen. Ich darf also meckern, denn ich hab's in ähnlicher Situation klar besser gemacht. Hätte der Ich-Erzähler also einfach mal mich fragen sollen, das hätte dem Autor viel Ärger erspart.

Da kann man jetzt etwas herummäkeln, dass da ja wohl der pure Neid spricht. Dem kann ich aber nur lässig entgegnen: »Zum Glück!« Man muss auch seine eigene Kleinlichkeit und Missgunst mal ungehemmt rauslassen, so viel habe ich bei diesem Buch immerhin schon gelernt.

Unlängst wurde bei ebay ein »Esra«-Exemplar aus der Erstauflage für absurde 334,-€ (zzgl. 1,-€ Porto für unversicherten Versand) verkauft. Dafür hätte man sich auch 4,2 Forster-Bände »Reise um die Welt. Illustriert von eigener Hand.« kaufen können.

Bei der Lektüre gehört und für nicht so empfehlenswert befunden:
• Anhaltend wiederkehrender Zweitaktmotorsound vom Nachbarshaus.

Bei der Lektüre festgestellt:
Oliver Geissen guckt auch immer mehr wie Hugh Grant und August Diehl sieht in einigen Einstellungen fast so aus wie ich in spiegelverkehrt, besonders um den Mund herum. Müsste man mal drüber nachdenken beizeiten.

40 von 213 Seiten

André Fromme / Dauerhafter Link / Kommentare (3) / Buch kaufen und selber lesen


Kommentar #1 von Frau Grasdackel:

Hoppla, August Diehl's Mundpartie ist wirklich nicht zu verachten! Aber er hat einen etwas stechenden Blick. Haben Sie den auch?

27.11.2007 / 03:23

Kommentar #2 von André Fromme:

Mir wurde auch ein stechender Blick schon mehrfach nachgesagt, ja. Ob so stechend wie Diehls... da müsste ich vielleicht genauere Foto-Vergleiche anstellen.

28.11.2007 / 11:51

Kommentar #3 von Bolf Wiermann:

Macht doch mal ein Stechen, dann würde sich das schnell klären.

28.11.2007 / 15:31