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<title>Lesemaschine</title>
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<lastBuildDate>Tue, 09 Mar 2010 19:28:08 +0100</lastBuildDate>
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<title><![CDATA[Frisch von der Strasse]]></title>
<description><![CDATA[<p><span class="bild"><img src="http://lesemaschine.de/bilder/upload/axolotl_cover.jpg" width="250" height="379 alt=""></span>Nach »<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3548280404?ie=UTF8&tag=lesemaschine-21&linkCode=as2&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=3548280404">Feuchtgebiete</a>« bin ich selbsterklaerter Zuständiger für medial überrepräsentierte Skandalbücher.<br>Bei den Feuchtgebieten war der Skandal die offene Freude an Körperflüssigkeiten und sonstigen Ausscheidungen. Noch dazu in einem von einer Frau geschriebenen Buch. Bei der heute üblichen gründlichen Lektüre ist dabei niemandem aufgefallen, dass all der Muschisaft und die Menstruationsblutmassen nur Füllmaterial waren in einer Geschichte, die sich darum drehte, dass die Protagonistin eigentlich nur ihre geschiedenen Eltern wieder zusammenbringen und von einem edlen Ritter eingesammelt werden wollte.<br><br>Ähnlich lief es bei Helene Hegemanns »<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3550087926?ie=UTF8&tag=lesemaschine-21&linkCode=as2&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=3550087926">Axolotl Roadkill</a>«. Zuerst konnte man (wie schon bei Roche) drüber diskutieren, ob es sich denn eigentlich gehört, solche Dinge zu schreiben. Generell schon eine ziemlich akademische Diskussion, die mir etwas fremd ist. Aber das Feuilleton war beschäftigt &ndash; man konnte ein bisschen aus sich selbst heraus wochenlang Themen produzieren, indem man über das Für und Wieder von Analsex und Drogen in Büchern debattiert, damit Aufmerksamkeit erzeugt und sich als nächstes fragt, ob das Buch denn überhaupt diese enorme Aufmerksamkeit verdient habe.<br>Dann erreichte die Erregung eine ganz neue Eskalationsstufe. Irgendjemand hat das Wort »Vaselintitten« aus Hegemanns Buch mal bei Google eingegeben und ist auf einen <a href="http://airen.wordpress.com/">Blog</a> gestossen, dessen Einträge teilweise erstaunliche Parallelen zu Hegemanns Text aufwiesen.<br>Beispiel:<br>• »Ich gehe, die fünfte Zigarette rauchend, auf den Balkon und saufe einfach so lange weiter, bis das Geld endlich WEG ist. Meine Existenz setzt sich momentan nur noch aus Schwindelanfällen und der Tatsache zusammen, dass sie von einer hyperrealen, aber durch Rohypnol etwas schlecht aufgelösten Vaselintitten-Installation halb zerfleischt wurde.«<br>• »Denn alles führt ja von selber von sich aus ganz automatisch zum Chaos und dies zu bejahen oder gar prototypisch zu personifizieren, ein Künstlerleben zu führen also mit Glitter, Schmutz und Pailletten, mit ganz bösem Nightmare-Bass für Erwachsene, mit farbigem Schattenspiel auf hyperrealen aber durch Rohypnol etwas schlecht aufgelösten Vaselintitten, das sollte dann doch angesichts der Vielfalt und Greifbarkeit dieser realistischen Erlebenssequenzen einem durch Liebe betäubten Leben vorzuziehen sein.«<br><br>Damit lief die nächste Kulturdiskussion. Das reinste Perpetuum Mobile.<br>Gern bemühter Kunstgriff: zuerst generell Helene Hegemanns Autorenschaft in Frage ziehen (merke: wer nachweislich dreissig Seiten plagiiert hat, hat auch die restlichen 170 abgeschrieben). Dann ist man die lästigsten moralischen Skrupel direkt mal los, und kann nach Lust und Laune einprügeln. Auf Hegemann (natürlich nicht auf sie selbst, nur die öffentliche Figur, schliesslich hat sie's ja gar nicht geschrieben &ndash; noch so ein schöner Kniff). Auf ihren Vater Carl Hegemann und den Kulturbetrieb im Allgemeinen und Speziellen, der »Püppchen« wie Hegemann missbraucht. Auf das Feuilleton &ndash; Wobei die Feuilleton-Eigen-Schelte sich natürlich immer auf die anderen bezieht &ndash; notfalls auf die eigenen Redaktionskollegen, dennen man nun noch einmal vorhalten kann, dass man das Buch ja immer schon scheisse fand. Gesamtergebnis: noch mehr heisse Luft als dem Buch zum Vorwurf gemacht wurde, und <a href="http://www.faz.net/s/Rub642140C3F55544DE8A27F0BD6A3C808C/Doc~E03654DCBDA6D44F299AF3CCE34313DCD~ATpl~Ecommon~Sspezial.html">ein FAZ.net-Artikel</a>, der wegen seines Reaktionärismus für mich das verachtenswerteste Stück Journalismus ist, das ich in letzter Zeit diesseits der BILD-Zeitung lesen musste. Weil es ebenso ungehemmt lustvoll auf Menschen und Ansichten einprügelt.<br><br>Zur Abwechslung schweife ich mal wieder ab. Eigentlich wollte ich ja über das Buch schreiben, das ich &ndash; Neugierde geweckt, ich funktioniere da ganz simpel &ndash; mir zugelegt habe. Aktueller Stand: knapp über Halbzeit. Mir ist dabei eigentlich ziemlich egal, was von wem stammt. Können sich meinetwegen Anwälte mit beschäftigen. Spannend finde ich das noch insofern, als dass mich das Gedankenspiel beschäftigt, wie die Reaktionen auf beiden Seiten aussähen wenn nun ein Blogger aus einem Buch abgeschrieben/zitiert hätte. Aber das führt hier wirklich zu weit.<br><br>Mein Verdikt bisher: Bereitet Kopfschmerzen und fühlt sich an wie besoffen. Total nervig, total verwirrt, total hyperaktiv, total im eigenen Interessenskosmos und der Unfairness der Welt eingeschwurbelt, erfüllt von Verachtung für die Welt da draussen. Total wie ich mit 17 (wie ich mich sah), minus die Drogen (Alkohol inbegriffen), die Parties und den Sex &ndash; und das Internet. Aber mit ähnlich vielen Musikzitaten. Bestes Buch seit langem, buchpreisverdächtig? Pfff. Ich habe bisher zwei Gewinnerbücher des deutschen bzw. Leipziger Buchpreises gelesen und fand beide eher solala. Ich habe kürzlich »<a href="http://www.amazon.de/gp/product/351839147X?ie=UTF8&tag=lesemaschine-21&linkCode=as2&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=351839147X">Stiller</a>« gelesen, das ich unendlich besser fand. Andererseits habe ich auch »Swung« von Ewan Morrison durchgeblättert, das ich unendlich viel schlechter fand. Trotz Gruppensex.<br><br><br>P.S.: Wen's interessiert &ndash; <a href="http://www.buchmarkt.de/downloads/Hegemann Quellen und Dank.pdf">Klick.</a></p>]]></description>
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<dc:creator>André Fromme</dc:creator >
<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 23:57:07 +0100</pubDate>
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<title><![CDATA[Das universale Subjekt (133-161)]]></title>
<description><![CDATA[<p><span class="bild" style="width:250px"><img src="http://lesemaschine.de/bilder/upload/Subjekt1.jpg" width="250" height="188" alt=""><br><span class="bildunterschrift">Hinter'm nassen Stein der Wirklichkeit lauert der Weltgeist. (Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/69er/329896243/">KhayaL</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de">Lizenz</a>.)</span></span><br><br clear="all"> Angenommen, wir befinden uns in der Zukunft und die Hirnforschung hat einen Apparat entwickelt, mit dem man alle Gedanken eines Menschen lesen und sie in das eigene Gehirn übertragen lassen kann. Ich könnte also z.B. alle mentalen Zustände von Aleks Scholz haben. Ich wüsste damit komplett, wie es ist, Aleks Scholz zu sein. Aber ich wüsste nur, wie es <em>für mich</em> ist, Aleks Scholz zu sein und nicht, wie es für Aleks ist, Aleks zu sein. Dafür müsste ich selbst Aleks werden und wäre nicht mehr ich &ndash; dann würde ich es aber nicht mehr wissen, da es mich gar nicht mehr gibt. Selbst ein kompletter Scan und eine komplette hirnphysiologische Aufschlüsselung seines ganzen Bewusstseins ändert daran nichts.<br><br>Niemand kommt aus seinem eigenen Ich heraus. In der Philosophie wird dieses Phänomen mit dem <em>Satz von der Bewusstseinsimmanenz</em> ausgedrückt: Alles, was ich weiss, ist in meinem Bewusstsein. Denn ausserhalb meines Bewusstseins wäre es nicht mehr ich, der es weiss. Das Paradoxon daran ist, dass ich aber, um etwas über die Gedanken anderer Leute und über die Welt zu wissen, aus meinem Bewusstsein heraus muss &ndash; denn ich will etwas über die Welt ausserhalb wissen und nicht nur die Inhalte meines eigenen Bewusstseins. Aber wie bitte kann ich aus meinem Ich raus oder wie können umgekehrt die Dinge der Welt Teile meines Bewusstseins werden, wenn sie doch nicht ich sind? Sie müssten auf irgendeine Weise durch die Bewusstseinsschranke durchtunneln. Wie das möglich sein soll, daran haben sich in der Neuzeit Generationen an Philosophen abgerackert, von Descartes über Kant und Hegel bis zu den modernen Pragmatisten.<br><br>Puntel löst dieses Problem nun in einem astreinen fadeaway jumpshot: Dass wir etwas wissen, setzt Sprache voraus, denn Wissen ist uns nur in sprachlicher Form gegeben. Subjekte werden bei ihm von der Sprache her bestimmt und nicht umgekehrt die Sprache von den Subjekten. "Sprache" ist für Puntel nicht einfach ein Kommunikationssystem von Subjekten, sondern Sprache ist &ndash; und das ist nun der Skyhook seiner Argumentation &ndash; in einem universalen Sinn zu verstehen als diejenige Instanz, welche die Ausdrückbarkeit (Intelligibilität) der Welt auch tatsächlich ausdrückt: Die ganze Welt ist sprachlich-propositional strukturiert. Je mehr sich unser Wissen einklinkt in diese propositionale Struktur der Welt, je mehr wir die Welt selbst in uns sprechen lassen, desto näher ist unser Geist bei der Wirklichkeit. Im Grenzfall geht unsere partikuläre Subjektivität über in das <em>universale Subjekt</em> (S)<sub>U</sub>, welches mit der objektiven Dimension der Welt koinzidiert:<br><br>[(S)&Phi;<sub>I,W/E</sub>T<em>p</em> &rarr; T<em>p</em>] &harr; [(S)<sub>U</sub>T<em>p</em> &rarr; T<em>p</em>]<sup>1</sup><br><br>Zwischen dem universalen Subjekt und der objektiven Dimension der Wirklichkeit gibt es zwar eine Distinktion, aber keine Distanz mehr: Es ist die Welt aus der Perspektive der Welt. Jede Aussage, die im Bereich des Theoretizitätsoperators (T) liegt, ist eine <em>Selbst</em>artikulation des Seins.<br><br>Das ist allerdings schon wieder so ein Punkt, wo mir unheimlich wird: Ist das universale Subjekt nur der Grenzfall einer Idealisierung, eine nur hypothetische Idee, die aber nicht real ist? Unsere wissenschaftlichen Idealisierungen konvergieren zur Perspektive des universalen Denkers, aber das tun sie immer nur relativ zu ihrem Theorierahmen. Wie können sie dann aber zu einem gemeinsamen Punkt konvergieren, wenn es diesen nicht tatsächlich gibt? In irgendeiner Weise muss der universale Denker existieren. <br><br>Aber wer ist das? Der Weltgeist?<br></p><p class="fussnote"><sup>1</sup> Vgl. S. 155 &ndash; 161.</p></p>]]></description>
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<dc:creator>Ruben Schneider</dc:creator >
<pubDate>Fri, 24 Apr 2009 18:12:56 +0200</pubDate>
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<title><![CDATA[Theoretizitätsdimension (99-133)]]></title>
<description><![CDATA[<p><span class="bild" style="width:250px"><img src="http://lesemaschine.de/bilder/upload/universe.jpg" width="250" height="251" alt=""><br><span class="bildunterschrift">The unboundedness of being. <br>(Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/11304375@N07/2026823169/">Image Editor</a>, NASA, ESA and the Hubble Heritage (STScI/AURA)-ESA/Hubble Collaboration, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de">Lizenz</a>.)</span></span><br><br clear="all"> Der moderne <strong>Antirealismus</strong> behauptet, wir könnten die Welt niemals so erkennen, wie sie wirklich ist. Denn wenn wir &ndash; auf welche Weise auch immer &ndash; den Realitätsbezug unserer Sprache untersuchen wollen und darüber dann eine Theorie formulieren, setzen wir wieder das voraus, was wir eigentlich untersuchen wollen: Dass die Sprache der Theorie die Realität richtig wiedergibt. Wir befinden uns also in einem Teufelskreis. Der Antirealist sagt deshalb: Reden wir nicht mehr über diese Realität jenseits unserer Sprache, das erspart uns die Peinlichkeit. Alles was wir haben können, ist die Welt, wie sie unsere Sprache uns präsentiert.<br><br>Der knallharte metaphysische <strong>Realismus</strong> hält dagegen: Natürlich gibt es eine sprachunabhängige Welt und es ist auch prinzipiell möglich, sie adäquat sprachlich abzubilden. Aber diese adäquate Theorie ist nur möglich aus der Perspektive eines perfekten Denkers ("God's Eye View"). Für uns Menschen liegt das ausserhalb unserer epistemischen Reichweite. Zwischen unserem Denken und der Welt liegt eine abgründige, unüberspringbare Kluft.<br><br>Für Puntel ist das alles Quatsch. Denn Sprache und Theorien auf der einen, und die Welt auf der anderen Seite gehören schon längst einer gemeinsamen Dimension an: Der <strong>Dimension des Seins</strong>. Die Sprache ist nicht begrenzt auf den Bereich des Denkens, die Welt und das Sein liegen nicht ausserhalb der Sprache ("the unboundedness of the conceptual") &ndash; und die Sprache liegt nicht ausserhalb des Seins, das Sein ist nicht begrenzt auf die Welt ("the unboundedness of being"). Zwischen der Welt und ihrer theoretischen Darstellung herrscht eine immanente Beziehung. Wenn der Mathematiker, der Logiker, der Theoretische Physiker und der Metaphysiker voll theoretisieren, dann denken sie nicht in einer abgeschlossenen Sphäre vor sich hin, dann sind die Strukturen ihrer Theorien <em>identisch</em> mit den Strukturen der Welt. Es kommt nur darauf an, dass sie wirklich <em>voll</em> theoretisieren, d.h. je kohärenter, je intelligibler und je vollständiger ihre Theorien werden, desto mehr stabilisieren sie sich hin zur Struktur des Universums selbst.<sup>1</sup><br><br>Und überhaupt: Indem wir Sein und Existenz als solches erfassen, erfassen wir schlechthin alles, was ist, das ganze Universum und das Sein im Ganzen. Dann gibt es nichts und kann es nichts geben, was für unsere Theorien grundsätzlich niemals erfassbar wäre. Denn alles ist seiend, auch die Entitäten, von denen wir sonst keinerlei Ahnung haben, ja nicht einmal wissen, dass es sie überhaupt gibt. Wenn wir also die immanenten Strukturmerkmale des Seins selbst erfassen, erfassen wir die innersten Strukturmerkmale von schlechthin <em>allem</em>, was existiert. Eine voll durchgezogene Seinstheorie ist semantisch koextensional mit dem Universum als Ganzen.<br><br>Nichts anderes schwebt Puntel vor: Eine <strong>universale Seinstheorie</strong>. Und wie der Mathematiker und Physiker ihre theoretischen Sprachen haben, so braucht auch der Seinstheoretiker eine adäquate Sprache für sein Unterfangen. Diese wird bestehen in einem semiotischen System mit überabzählbar unendlich vielen Ausdrücken. Und genau dieser Wahnsinn wird jetzt Stück für Stück auf uns zukommen im Fortgang von "Struktur und Sein".</p><p class="fussnote"><sup>1</sup>) Hier spielt vorallem rein, was in Kap. 2.2.3.1 steht. Das ist besonders wichtig für das ganze Buch. Das syntaktische Kriterium für die Theoretizität von Sätzen ist, dass ihnen der Theoretizitätsoperator (T)&phi; vorangestellt werden kann. Das semantische Kriterium ist, dass es sich nur um Sätze handelt, die auf objektive Wahrheit abzielen. Es ist dann auch eine Kombination von Operatoren möglich, z.B. theoretische Aussagen über pragmatische, ästhetische oder ethisch-praktische Aussagen, z.B. (T)(P)&phi;. Der Theorieoperator (T)&phi; kann selbst aber nicht mehr im Skopus anderer Operatoren stehen.</p></p>]]></description>
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<dc:creator>Ruben Schneider</dc:creator >
<pubDate>Fri, 27 Mar 2009 20:04:50 +0100</pubDate>
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<title><![CDATA[Intelligibel, intelligabel, intelligubel (70-98)]]></title>
<description><![CDATA[<p><span class="bild" style="width:300px"><img src="http://lesemaschine.de/bilder/upload/Netz1.jpg" width="300" height="200" alt=""><br><span class="bildunterschrift">Intelligibilität und Kohärenz sind des Glückes Unterpfand. (Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/lambda_x/3257172671/sizes/o/">lambda_X</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/deed.de">Lizenz</a>.)</span></span><br><br clear="all"> Lazarus-Zeichen in der Lesemaschine. Es geht hier mal wieder im Schneckentempo weiter. Aber ein Werk, dass man in 200 Jahren noch lesen wird, kann man ruhig auch mal über 200 Jahre hinweg durchbesprechen. Vielleicht setzen sich dann ein paar Dinge dieses ausgesprochen verzwickten Textes ein bisschen besser. So wie hier bei Kap. 1.5, das fand ich ja schon wieder richtig anstrengend.<br><br>Anstrengend, aber auch spannend: Denn es geht darum, wie man philosophische Theorien eigentlich begründet. Wirklich keine schlechte Frage. Wenn ich mich an meinen geliebten Monsieur Descartes erinnere, dann drehte sich da alles darum, dass ein absolut gewisser Punkt gefunden wird, von dem aus man sich alles weitere zusammenbaut. Fast die ganze Neuzeit ab Descartes versucht es auf diese Tour: Man sucht nach absolut wahren Axiomen, die das Gebäude der Philosophie als unerschütterliches Fundament tragen (der sog. Letztbegründungsimpetus).<br><br>Aber schon bei Descartes schien das nicht so richtig zu klappen. Er hatte alles, ausnahmslos alles <a href="http://lesemaschine.de/index.html?nr=20071105114225">in Zweifel gezogen</a>, bis zu dem Punkt, wo sich der Spaten der Reflexion umbiegt: <a href="http://lesemaschine.de/index.html?nr=20071108201647"><em>Cogito, ergo sum</em></a>. Daran kann man nicht mehr zweifeln, das ist absolut sicheres Wissen, selbst wenn alles andere drumherum falsch ist. &ndash; Das Problem ist aber leider, dass es überhaupt keine solchen völlig isolierten Erkenntnisse geben kann (zumindest wären sie dann <a href="http://lesemaschine.de/index.html?nr=20071109134636">inhaltlich leer</a>). Wissen bedeutet immer, etwas in Beziehung zu anderem zu setzen: Es geht darum, wie die Dinge untereinander zusammenhängen. Erkenntnis ist immer ein Netzwerk, kein System von jeweils für sich wahren Einzelsätzen. Man kann aus solchen isolierten Erkenntnissen auch keine Folgerungen ziehen, denn schlussfolgern kann man nur als allgemeinen Zusammenhängen. Zudem setzt jede Erkenntnis einen ganzen Sack von Sachen voraus, z.B. eine Sprache, eine Logik, usw., in Puntels Worten: Einen <em>Theorierahmen</em>.<sup>1</sup><br><br>Genau das war dann auch bei Descartes das Problem: Er musste, um von seinem <em>Cogito, sum</em> wegzukommen, ein paar <a href="http://lesemaschine.de/index.html?nr=20071129194024">allgemeine Wahrheiten</a> voraussetzen, wie z.B. das Nichtwiderspruchsprinzip und das metaphysische Kausalprinzip. Descartes' radikaler Zweifel selbst <a href="http://lesemaschine.de/index.html?nr=20080504051705">setzte sogar diese Prinzipien voraus</a>. Von daher ist es mir sehr verständlich, wenn Puntel sagt: Leute, so absolut wahre Axiome, das geht schonmal echt gar nicht; Theorien sind keine Gebäude, die auf so Axiomen-Fundamenten aufruhen, sondern sie sind holistische Netzwerke. Die Frage nach der Wahrheit der Theorie stellt sich nicht am Anfang bei den Axiomen, sondern erst danach, wenn das ganze Netzwerk halbwegs schön zusammengebaut ist.<sup>2</sup><br><br>Die Philosophie von "Struktur und Sein" ist so ein Netzwerk. Sie ist (um ein Bild von Alan White zu verwenden) wie eine Raumstation, die ihre Stabilität nicht von Fundamenten erhält, sondern davon, wie stark ihre Bauteile miteinander verankert sind. Und die Puntel-Raumstation schwebt auch nicht isoliert im leeren Weltall, sondern sie spannt sich wie ein Spinnennetz über das gesamte Universum, von Unendlichkeit zu Unendlichkeit; denn sie erfasst das Sein als solches und als Ganzes &ndash; jedoch in ihrer Struktur recht lückenvoll und nicht so feinmaschig wie das Universum selbst (remember: Das universe of discourse ist die <a href="http://lesemaschine.de/index.html?nr=20081227211557">vollkommene unendliche Struktur selbst</a>).<sup>3</sup><br><br>Doch bis diese unfassbare Raumstation fertig ist, muss noch viel gesponnen und vernetzt werden. Dabei kann es hier nicht ohne Puntel und Komma weitergehen, sondern wie gehabt in Abschnitten und mit Kaffeepausen.</p><p class="fussnote"><sup>1</sup>) Damit steht Puntel auch hier (wie schon in Sachen universaler Ausdrückbarkeit des Seins) dem Mittelalter näher als der Neuzeit. Auch die Scholastiker sahen Theorien mehr als Netzwerke.</p> </p><p class="fussnote"><sup>2</sup>) Kriterien für die Güte einer Theorie sind dann ihr Grad an Kohärenz und Intelligibilität, wobei letztere ein Massstab für erstere ist. Allerdings finde ich 'Kohärenz' bis jetzt einen recht unklaren Begriff in dem Werk: Sie steht irgendwo in der Mitte zwischen Ableitbarkeit zweier Subtheorien auseinander (T<sub>0</sub> &#8872; T<sub>1</sub>) und ihrer Widerspruchsfreiheit (&not;(T<sub>0</sub> &gt;&#8722;&lt; T<sub>1</sub>)).</p></p><p class="fussnote"><sup>3</sup>) Das schlägt sich auch im Aufbau des Buches selbst nieder. Wird vielleicht schon dem einen oder anderen aufgefallen sein, dass die Kapitel alle total miteinander verwoben sind, und nicht stur linear fortfahren. "Struktur und Sein" hat kein continuity editing, sondern ist eher der Atom-Egoyan-Film unter den Philosophiebüchern.</p></p>]]></description>
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<dc:creator>Ruben Schneider</dc:creator >
<pubDate>Fri, 13 Mar 2009 19:04:08 +0100</pubDate>
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<title><![CDATA[Puntel reloaded (55-70)]]></title>
<description><![CDATA[<p><span class="bild" style="width:250px"><img src="http://lesemaschine.de/bilder/upload/fiat_puntel.jpg" width="250" height="187" alt=""><br><span class="bildunterschrift">Im Fiat Puntel auf dem Highway durch das noch nebulöse universe of discourse.<br>(Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/bobydimitrov/">Boby Dimitrov</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.de">Lizenz</a>).</span></span><br><br clear="all">Was das vorzügliche, aber leicht harzige Werk Lorenz Puntels angeht, so habe ich jetzt einen Monat hier den Schlendrian raushängen lassen. Zu viele andere Dinge wollten gelesen werden. Zudem besitze ich jetzt ein Banjo<sup>1</sup>, und ich konnte vorher auch nicht wissen, dass dieses Instrument ungefähr soviel Aufmerksamkeit kostet wie eine Freundin oder aber ein Puntelbuch. Ich habe den Brocken in Zwischenzeit zwar einmal ganz durchgelesen, aber das nur mit wenig Konzentration und noch weniger Verstand.<br><br>Zudem habe ich auch noch jemand anderes gelesen, nämlich Hegel. Zumindest ein wenig in der <em>Phänomenologie des Geistes</em> und in <em>Wissenschaft der Logik</em>.<sup>2</sup> Das ist in Bezug auf Puntel wirklich sehr interessant, denn irgendwie scheinen mir doch ziemlich viele Denkfiguren Hegels auch bei Puntel vorzukommen. Sowohl was das <a href="http://lesemaschine.de/index.html?nr=20081228230756">Kluft-Problem</a> angeht als auch so Sachen wie die Kontextualität der Sprache und dass die Wirklichkeit kein isoliertes Ding hinter unserer Erfahrung ist, sondern einen riesigen kohärenten Zusammenhang bildet und dass die Wahrheit das Ganze ist.<br><br>Puntel ist natürlich modern und von hoher formaler Klarheit. Es wird insbesondere nicht einfach drauf los philosophiert und im Nebel herumspekuliert, sondern erstmal wird in 1.4 die Methode geklärt, nach der philosophiert werden soll. Allein da dampft mir aber schon das Hirn. &ndash; Puntel bringt vier notwendige Stufen zur Bildung einer (struktural-philosophischen) Theorie:<br><br>1. <em>Aufbau und Inventivmethode</em>: Es gibt irgendwelche Daten im universe of discourse (oder das universe of discourse selbst), und die werden gemäss der Kohärenzmethodologie in einer minimal geordneten Theorie als Theorienmaterial bereitgestellt.<br>2. <em>Theoriekonstitutive Methode</em>: Das Theorienmaterial aus 1. wird in eine strenge struktural-philosophische Theorie eingepflegt, d.h. die Ordnung der Daten wird umfassend expliziert (in einer kohärenzial-netzstrukturalen Theorieform mit evtl. axiomatischen Subtheorien).<br>3. <em>Systemkonstitutive Methode</em>: Die in 2. entstandenen einzelnen Theorien werden wieder kohärenzial in ein holistisches Ganzes eingebettet, ein Theoriennetzwerk als Struktur von Strukturen.<br>4. <em>Prüfung der theoretischen Adäquatheit</em> und des Wahrheitsstatus ("inference to the best systematization").<br><br>Dahinter steckt eben wieder der Grundgedanke des universalen Zusammenhangs von allem mit allem: Alle Entitäten involvieren sich gegenseitig. Ihre Relationen untereinander haben zyklischer Charakter, daher ist die Netzwerkform von Theorien angemessener, je umfassender die Theorie sein soll. Die Wahrheitsfrage wird dann an das Theoriennetz als Ganzes gestellt (S. 68f.), die Wahrheit einer einzelnen Aussage kann nur relativ zu einem ganzen Theorierahmen festgestellt werden: Die Wahrheit ist das Ganze.<br><br>Hegel lässt grüssen.<br><br>____<p class="fussnote"><sup>1</sup> Möchte irgendwer mit mir mal eine Bluegrass-Band gründen?<p class="fussnote"><sup>2</sup> Ein schönes Reclam-Bändchen ist übrigens: Gerhard Gamm, "Der Deutsche Idealismus. Eine Einführung in die Philosophie von Fichte, Hegel und Schelling", Stuttgart 1997.</p><br><br><strong>Tolle Ausdrücke, die ich mir merken sollte:</strong> Theoretizität, Systematizität, Kohärenzmethodologie, holistisch-netzwerkstrukturale kohärenziale Methode, Explizitprädikat, kognitive Systematizität, "eine Möglichkeit explizit implizieren", subsystematische Ebene.<br><strong>Dinge, die ich mir nie merken werde:</strong> Die vier Bedeutungen von "Axiom" (S. 63) und der Begriff des Modells in der informellen und formalen Hilbertschen Axiomatik im Unterschied zum Modell in informellen mengentheoretischen Axiomatik. Ächz.</p>]]></description>
<link>http://lesemaschine.de/index.html?nr=20090201165151</link>
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<dc:creator>Ruben Schneider</dc:creator >
<pubDate>Sun, 01 Feb 2009 16:51:51 +0100</pubDate>
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<title><![CDATA[Wo rohe Kräfte sinnlos walten]]></title>
<description><![CDATA[<p><span class="bild"><img src="http://lesemaschine.de/bilder/upload/zungeeuropas_sm.jpg" width="200" height="325 alt=""></span>Wo in meinem letzten Beitrag die Rede von Erkältungsnasen war, trifft es sich, dass die Erkrankung Ihres geschätzten Lesemaschinisten auch die Lektüre eines weiteren Buchs ermöglichte: <br>Heinz Strunks Roman-Zweitling »<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3498063987?ie=UTF8&tag=lesemaschine-21&linkCode=as2&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=3498063987">Die Zunge Europas</a>«, der wie schon die »<a href="http://lesemaschine.de/index.html?nr=20090107011338">Whalestoe Letters</a>« dank weihnachtlicher Schenkungsfreude den Weg in meinen Schoss fand. Nach »<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3499237113?ie=UTF8&tag=lesemaschine-21&linkCode=as2&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=3499237113">Fleisch ist mein Gemüse</a>« war die Vorfreude nicht gering &ndash; und nun versuche ich mit Hängen und Würgen auch »Die Zunge Europas« toll zu finden. Oder es wenigstens sortiert zu bekommen.<br><br>Hauptperson und Ich-Erzähler ist Markus Erdmann, ein nicht berauschend erfolgreicher Gagautor, der auf der Habenseite ein mittelmässig erfolgreiches Bühnenprogramm hat, mit dem ein mittelmässig erfolgreicher Kabarettist durch die Gegend tingelt. Die Beschreibung von Programm und Bühnenfigur erinnert mich an <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dirk_Bielefeldt">Dirk Bielefeldt</a> alias <a href="http://www.herrholm.de">Herr Holm</a>, aber das mag unbegründete Paranoia sein.<br><br>Relativ schnell kommt man auch dahinter, warum M. Erdmann derart ausgesprochen nicht-so-erfolgreich ist. Er ist über weite Strecken damit beschäftigt, seine Umwelt scheisse zu finden. Sich selbst irgendwie auch, aber letztlich doch noch lang nicht so scheisse wie zum Beispiel die Gagschreiber der diversen deutschen Comedy-Phänomene, die Honks im Tanzschuppen oder die ausführlich beschriebenen ungepflegten Dicken und Arbeitslosen in der Strassenbahn und an der Frittenbude<sup>1</sup>. Obwohl auch Erdmann seinerseits grosser König im Herumgammeln und Unterschichtenfernsehengucken ist. Ich bin zwiegespalten. Einerseits sind die Beschreibungen einiger Sendungen wie »Britt« oder »RTL Shop« treffend und amüsant. Andererseits auch ausgesprochen unaufregend, weil ich das Gefühl habe, dass für mich das weite Feld der TV-Untaten in Gesprächen im Bekanntenkreis bereits seit einiger Zeit ausführlich abgegrast ist und letztgültig ad acta gelegt wurde. Ja, TV ist zwischendurch ganz schön schlecht und in dieser Schlechtheit oft auf seine Art lustig. Aber wem erzählt Strunk das? Die Nicht-Honks, die er erklärtermassen gern zum Publikum hätte (wofür auch die Gagschreiberschelte in »Die Zunge Europas« ein weiterer Beleg ist), wissen das doch längst.<br><br>Ich habe meine liebe Not mit diesem Buch, vor allem, weil mich das Gefühl beschleicht, dass es eine Restesammlung ist. Ich glaube nämlich: Diverse Notizen aus der Vergangenheit &ndash; »überlegenes Material« &ndash; die in Hörspielen nicht zur Verwendung gebracht werden konnten, wurden hier mal mehr mal weniger passend aneinandergeklatscht. Dazu passt die banale Tiefschürfigkeit von Ende und Moral: Nachdem er lange Zeit um sich und die Nervigkeit seiner Umwelt kreiste, will Markus Erdmann nun etwas ändern &ndash; ein Buch schreiben, sich aus der öden Beziehung verabschieden, so Sachen. Schliesslich hat er nur ein Leben. Da hatter natürlich Recht.<br></p><p class="fussnote"><sup>1</sup> Derart detailreich ist Strunks Erzählweise wenn es darum geht, schwitzende speckige Menschen zu beschreiben, dass mich nicht weiter wundert, dass die Aufmachung seines in Kürze erscheinenden Werks »<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3499252244?ie=UTF8&tag=lesemaschine-21&linkCode=as2&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=3499252244">Fleckenteufel</a>« die Vermutung nahe legt, dass es sich um eine Antwort auf Charlotte Roches »<a href="http://lesemaschine.de/index.html?nr=20080415112426">Feuchtgebiete</a>« handeln wird.</p></p>]]></description>
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<dc:creator>André Fromme</dc:creator >
<pubDate>Tue, 13 Jan 2009 01:16:25 +0100</pubDate>
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<title><![CDATA[Gehet hin und sündigt.]]></title>
<description><![CDATA[<p><span class="bild"><img src="http://lesemaschine.de/bilder/upload/whalestoe.jpg" width="149" height="240 alt=""></span>Unangekündigtes Überraschungsbuch: Mark Z. Danielewskis »<a href="http://www.amazon.de/gp/product/0375714413?ie=UTF8&tag=lesemaschine-21&linkCode=as2&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=0375714413">The Whalestoe Letters</a>«. Eine Sammlung von Briefen, die Johnny Truants Mutter Pelafine H. Lièvre aus der Anstalt <em>The Three Attic Whalestoe Institute</em> an ihn geschrieben aber zum Teil womöglich nie abgeschickt hat. Johnny Truant soll einige Jahre später als der Mann bekannt werden, der Danielewskis »<a href="http://www.amazon.de/gp/product/0375703764?ie=UTF8&tag=lesemaschine-21&linkCode=as2&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=0375703764">House of Leaves</a>« erkundet. Zu »The Whalestoe Letters« bin ich selbst im Dezember durch meinen Bruder gekommen, dessen Zweitname nach meinem letzten Stand »Postmodern« ist und der aus diesem Grund »House of Leaves« schon grossartig fand bevor er es gelesen hatte.<br><br>Ich selbst habe eben jenes »House of Leaves« noch nicht gelesen und es gerade nicht zur Hand. Warum sollte ich also »The Whalestoe Letters« lesen, wenn diese eher ein 86-seitiger Anhang zum wesentlich umfangreicheren »House« sind?<sup>1</sup> Naja, vielleicht lernt man ja etwas über Mutter und Sohn und ihr Verhältnis zueinander. Vielleicht hilft das später beim Verständnis des Hauptwerks. Ausserdem sind 86 Seiten hübsch überschaubar und an einem Nachmittag problemlos zu schaffen.<br><br>Es war vorgestern, Sonntagnachmittag, und ich war von einer Erkältung angeschlagen. Trotz dieses Handicaps samt damit einhergehender Müdigkeit habe ich das Buch in einem Zug durchgelesen. Zwischen Fieber und Kopfweh mischten sich, durch meine teilweise halb zufallenden Augen wahrgenommen, Liebesbekundungen, Hilferufe, komplett wirre Wortfolgen, ungeordnete Verschwörungstheorien &ndash; fast sieben Jahre in einer psychiatrischen Anstalt, kondensiert auf eine Abfolge manischer Briefe. Ich legte das Buch schliesslich weg und schaute baff über meine Füsse hinweg auf unsere Hauspalme.<br><br>Ich schlief verwirrt ein und wachte verwirrt wieder auf. Ein leichtes Schwindelgefühl liess mich erst viel später am Abend los, eine leichte Paranoia erst am nächsten Morgen. Ein sehr merkwürdiges Buch, um es an einem Tag zu lesen, der hauptsächlich von Kamillentee, Paracetamol und einem Haufen gebrauchter Taschentücher geprägt ist.<br></p><p class="fussnote"><sup>1</sup> Genau genommen ist es so, dass tatsächlich bis auf elf alle der in »The Whalestoe Letters« enthaltenen Briefe im ein Jahr zuvor erschienen »House of Leaves« als Appendix enthalten waren.</p>]]></description>
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<dc:creator>André Fromme</dc:creator >
<pubDate>Wed, 07 Jan 2009 01:13:38 +0100</pubDate>
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<title><![CDATA[Der Weltsatz (51-54)]]></title>
<description><![CDATA[<p><span class="bild" style="width:300px"><img src="http://lesemaschine.de/bilder/upload/structure_reality_4.jpg" width="300" height="195" alt=""><br><span class="bildunterschrift">Das Sein als allumfassende Struktur.<br>(Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/pagedooley/">pagedooley</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de">Lizenz</a>.)</span></span><br><br clear="all"> Die Seiten 51 bis 54 scheinen mir ganz besonders knackig zu sein für das Verständnis der struktural-systematischen Philosophie (SSP). Wie bereits mehrfach erwähnt, wird jede Kluft (<em>gap</em>) zwischen der Dimension der Theorie und der Dimension der Wirklichkeit abgelehnt. Aber wie hängen beide in der SSP überhaupt genau zusammen?<br><br><br>Zum Verhältnis von Theorie (Denken, Geist) und Wirklichkeit (Sein, Realität) gibt es zwei dicke, fundamentale Positionen: Realismus und Antirealismus.<br><br>Der <strong>Realismus</strong> behauptet, dass es eine fertige geistunabhänige Welt gibt (eine "<em>ready-made world</em>"), die von unseren wissenschaftlichen Theorien abgebildet wird. Diese objektive Realität macht jede sinnvolle Behauptung entweder wahr oder falsch. Vom Standpunkt eines idealen, perfekten Denkers aus kann man eine absolute wahre Theorie bilden, die die Welt so beschreibt, wie sie in echt ist (auch wenn dieser ideale Standpunkt ausserhalb menschlicher Reichweite ist).<br><br>Der <strong>Antirealismus</strong> dagegen lehnt die These einer <em>ready-made world</em>, die vom Denken abgebildet wird, ab. Unser Geist strukturiert sich die Welt nach seinen subjektiven Gesetzen, wir erkennen die Welt nur, wie sie <em>für uns</em> erscheint und nicht, wie sie <em>in echt</em> ist. Es gibt keinen absolut objektiven, idealen Standpunkt, von dem aus man die Welt erkennen könnte, wie sie wirklich ist. Eine Theorie ist dann wahr, wenn sie den menschlichen Anforderungen genügt (Vorhersagen treffen ein, intersubjektive Nachprüfbarkeit, etc.). Wahrheit ist also relativ zum Menschen.<br><br>Die SSP ist offenbar schwer einer von beiden Positionen zuzuordnen. Es ist klar, dass die SSP keinen Antirealismus vertritt: Es wird kategorisch abgelehnt, dass das theoretische Wissen abhängig von Subjektivität und die Wirklichkeit für unser wissenschaftliches Erkennen prinzipiell unerreichbar ist. Denn das wäre eine inkohärente Kluft zwischen Denken und Sein. Dennoch ist die SSP kein voller Realismus: Für den knallharten Realismus bleibt ebenfalls eine Kluft zwischen Denken und Sein, denn alle Denker bis hin zum perfekten Denker stehen der Wirklichkeit gegenüber &ndash; die Wirklichkeit steht ausserhalb des Denkens und wird vom Denken abgebildet. Krass gesagt: Sogar für Gott <em>kann</em> es Fakten geben, die er nicht kennt, die Wirklichkeit ist schlechthin unabhängig von seinem Denken. &ndash; Für die SSP dagegen sind die Dimension des Denkens (= die Dimension des Theoretischen und der Strukturen) und die Dimension der Wirklichkeit im Letzten identisch. Die Wirklichkeit selbst ist Strukturalität, sie ist das Netzwerk aller Strukturen bzw. die vollständig gesättigte, allumfassende Struktur selbst. Das Universum <em>ist</em> die perfekte Proposition (eine Art "Weltformel" oder Weltsatz, der absolut alle Strukturen des Universums ausdrückt). Das Wesen der Welt ist ihre umfassende Denkbarkeit und ein umfassender Denker steht der Welt nicht gegenüber: Der universale, perfekte Denker und die Wirklichkeit fallen in eins.<br><br>Und wieder frage ich: <em>Wer</em> in Gottes Namen denkt denn da? Und ist das nicht alles eine Art <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Objektiver_Idealismus">objektiver Idealismus</a>?</p>]]></description>
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<dc:creator>Ruben Schneider</dc:creator >
<pubDate>Sun, 28 Dec 2008 23:07:56 +0100</pubDate>
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<title><![CDATA[Die Welt im Theorierahmen (29-51)]]></title>
<description><![CDATA[<p><span class="bild" style="width:250px"><img src="http://lesemaschine.de/bilder/upload/Theorierahmen1.jpg" width="250" height="187" alt=""><br><span class="bildunterschrift">Theorierahmen, Welt. (Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/mprinke/">m.prinke</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.de">Lizenz</a>.)</span></span><br><br clear="all"> Die Kernthese der struktural-systematischen Philosophie (SSP) lautet also: Es gibt keine Bereiche des Universums, die nicht in irgendeiner Sprache artikuliert werden könnten. Wenn etwas nicht theoretisch ausdrückbar ist, dann liegt das an der Schwäche der verwendeten Sprache und nicht an der Welt &ndash; und es gibt dann immer eine bessere Sprache. Das Universum, bzw. das Sein, zerfällt nicht in einen Bereich des theoretisch Artikulierbaren bzw. Intelligiblen und einen völlig unintelligiblen Bereich, den man prinzipiell nicht artikulieren könnte. Das Sein ist daher vollständig zusammenhängend als uneingeschränktes 'universe <em>of discourse</em>'.<br><br>Es gibt also grundsätzlich keine isolierten Bereiche und Entitäten im <em>universe of discourse</em>. Alles hängt mit allem zusammen. Jede Entität ist nur vollbestimmt durch ihren Zusammenhang mit allen anderen Entitäten des Universums. Daher ist alles <em>Struktur</em> als "differenzierter und geordneter Zusammenhang" (S. 36). Das Universum, bzw. das Sein im Ganzen ist ein riesiger Zusammenhang &ndash; es ist "universal kohärent" (S. 24) und damit die vollständige Struktur schlechthin: Es gibt keine weitere Unterstruktur mehr, die dem Sein eingegliedert und die nicht seiend wäre, denn ausserhalb des Seins gibt es nichts. Das Sein ist also struktural komplett gesättigt.<br><br>Das hat Konsequenzen für Theorien über das Sein oder seine Teilbereiche: Es kann aufgrund des wesentlichen Zusammenhangs der Dinge miteinander keine isolierten Teilbereiche von Theorien geben, die abgeschlossen sind und voraussetzungslos für sich behandelt werden könnten. Jede theoretische Aussage ist nur innerhalb eines ganzen <em>Theorierahmens</em> sinnvoll, wobei der Theorierahmen die Gesamtheit der vorausgesetzten Sprache mit ihrer Syntax und Semantik, ihrer Logik und Begrifflichkeit ist. Und jetzt kommt eine sehr interessante Wendung in der SSP: Zwar ist jede Relativierung theoretischer Aussagen auf das  Subjekt des Erkennens (die antirealistische These, dass wir die Dinge nur so erkennen könnten, wie sie uns unter unseren subjektiven Bedingungen erscheinen und nicht, wie sie "in echt" sind) ausgeschlossen, denn dies würde ein Zerfallen des Seins in den Bereich des Intelligiblen und den davon isolierten Bereich der unzugänglichen Wirklichkeit "in echt" bedeuten. Aber damit ist noch kein unkritischer Dogmatismus hervorgezaubert, der sagen würde, dass wir die Wirklichkeit in absoluter Wahrheit erkennen.<br><br>Vielmehr ist die Wahrheit jeder theoretischen Aussage <em>relativ</em> zu ihrem Theorierahmen und es gibt der Rahmen prinzipiell viele (sogar unendlich viele, wenn ich Puntel richtig verstanden habe). Dies ist jedoch ein <em>moderater</em> Relativismus, denn eventuelle Widersprüche von Theorierahmen untereinander lösen sich auf, je umfassendere Theorierahmen man einnimmt: Die Wahrheit ist das Ganze. Das Sein überhaupt ist die vollständig saturierte Struktur und als solche der Ausdruck (das Expressum) einer universalen Theorie von schlechthin allem. Da das Sein allumfassend ist, umfasst es auch jede Theorie und somit ist jede theoretische Aussage in einem partikulären Theorierahmen vermöge des Theoretizitätsoperators (T)&phi; Ausdruck einer <em>Selbst</em>artikulation des Seins (S. 23/24) in einem bestimmten Grad, der jeweils hinter der strukturalen Saturiertheit des Seins überhaupt zurückbleibt. Jeder endliche Theorierahmen muss in einem fortlaufenden Prozess der Determinierung vervollständigt werden. Der höchste und vollständige Grad der Selbstartikulation wäre dann die universale Theorie von allem.<br><br>Das Sein insgesamt ist also immer schon der Ausdruck einer möglichen universalen, absoluten Theorie. Meine Frage an dieser Stelle wäre: Ist diese Theorie menschenmöglich? Wenn nein, für <em>wen</em> ist sie dann möglich?<sup>1</sup> Wenn das Wesen der Welt darin besteht, dass sie ausdrückbar ist, muss man dann nicht auch jemanden annehmen, der sie aktual ausdrückt? Und <em>wer</em> drückt da aus? Der Weltgeist? Gott?</p><p class="fussnote"><sup>1</sup> Auf S. 25 wird dies für Menschen offenbar ausgeschlossen: Es heisst, "[...] dass ein höchster oder letzter, ein absoluter Theorierahmen &ndash; falls es einen solchen geben sollte &ndash; zumindest für uns Menschen schlechterdings nicht erreichbar ist." &ndash; Aber hier wird nicht ausgeschlossen, dass er für ein anderes Wesen erreichbar wäre oder bereits erreicht ist.</p></p>]]></description>
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<dc:creator>Ruben Schneider</dc:creator >
<pubDate>Sat, 27 Dec 2008 21:15:57 +0100</pubDate>
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<title><![CDATA[Der Mann ohne Eigenschaften (1-28)]]></title>
<description><![CDATA[<p><span class="bild" style="width:300px"><img src="http://lesemaschine.de/bilder/upload/Puntel6.jpg" width="300" height="170" alt=""><br><span class="bildunterschrift">Love and hate are just the same side of a different coin, the boardroom and the bedroom are just two sides of the same agenda, semantics and ontology are two sides of the same coin...</span></span><br><br clear="all"> Ich weiss, dass ein paar Freunde sich das dicke Puntelbuch gekauft haben und es auch lesen wollen. Also muss ich mich hier zusammenreissen und darf keinen Unfug schreiben. Aber schon allein durch das Vorwort musste ich mich mehrmals durchlesen, bis ich mit dem Text klargekommen bin. Deshalb vorab schonmal eine Klarstellung: Das hier kann diesmal wirklich kein Zusammenfassungsservice werden. Dafür bin ich zu unbedarft und der Inhalt ist zu komplex. Ich kann lediglich versuchen, in einfachen Worten hinzuschreiben, was einige Grundintuitionen des Textes sind, damit es mir und anderen die Lektüre erleichtert.<br><br>Ein fundamentaler Gedanke lässt sich vielleicht so hindrehen: Seit der Neuzeit ist eine Sache für die Philosophie ganz und gar massgebend, nämlich die Kluft zwischen Denken und Wirklichkeit. Ist die Welt wirklich so, wie wir sie uns zurechtdenken? All unser ausdrückliches Denken und unser ausformuliertes Wissen ist in Sprache gefasst &ndash; aber ist unsere Sprache überhaupt adäquat für die Erfassung der Wirklichkeit? Und können wir das überhaupt jemals wissen? Um nachzusehen, wie die Welt unabhängig von unserem Denken <em>in echt</em> aussieht, müssten wir aus Denken und Sprache komplett aussteigen. Und eben das geht nicht. Es wäre völlig sinnlos, etwas beschreiben zu wollen, wie es unabhängig von jeder Beschreibung ist &ndash; denn im selben Moment beschreibt man es ja wieder. Man kann angesichts dieses Problems jetzt folgende Position beziehen: Man sagt, es ist sinnlos, über die Welt jenseits unserer Sprache nachzudenken. Unsere Sprache sagt nichts über die Wirklichkeit, wie sie <em>an sich</em> (in echt) ist, sondern nur, wie sie <em>für uns</em> ist. Wenn niemand an den Tisch denkt, an dem ich gerade sitze, existiert er zwar als ein komplett unbekanntes x weiter, aber nicht in seiner Eigenschaft als Tisch. Man nennt diese Position "Antirealismus". Ein typischer neuzeitlicher Vertreter dieser Position ist Immanuel Kant.<br><br>Oder aber man sagt wie Aristoteles und Thomas von Aquin: Das, was die Sprache strukturiert, ist dasselbe, was auch die Welt strukturiert. Beide haben an derselben Form teil: Die Form eines ordentlich nach allen wissenschaftlichen Kriterien durchgetrimmten wahren Satzes entspricht genau der Form des angesprochenen Sachverhalts draussen in der Welt. Diese Position heisst "Realismus". Die Grundstruktur der Sprache entspricht also der Grundstruktur der Welt. Für Aristoteles lautet die Grundstruktur der Sprache: Etwas wird von etwas ausgesagt. Z.B. "Bud Spencer ist fett". Es gibt also in der Welt Einzeldinge wie Bud Spencer, von denen andere Dinge ausgesagt werden, die auch mehreren Einzeldingen zukommen können (allgemeine Eigenschaften wie Fettleibigkeit). Die Annahme, dass es ganz grundlegend in der Welt Eigenschaften ("Akzidentien") und Eigenschaftsträger ("Substanzen") gibt, ist also eine sogenannte ontologische Implikation der Sprache. Die Sprachanalyse des Aristoteles impliziert eine "substantialistische Ontologie".<br><br>Nun gilt auch für Lorenz Puntel: Die Grundstruktur der Sprache ist dieselbe wie die Grundstruktur der Welt: "Semantik und Ontologie einer philosophischen Sprache sind grundsätzlich zwei Seiten ein und derselben Medaille" (S. 8). Es ist komplett absurd, zu behaupten, die Welt sei nicht sprachlich-gedanklich ausdrückbar (in Fachworten: nicht intelligibel). Denn woher will man das wissen? Wie will man von einem völlig unerkennbaren Ding überhaupt wissen, dass es völlig unerkennbar ist (man müsste ja wenigstens dies erkennen)? Durch Erleuchtung? Allerdings hält Puntel normale Wissenschaftssprache für inakzeptabel, denn sie impliziert wieder, dass es komplett nicht-intelligible Sachen gibt: Nämlich die Eigenschaftsträger. Was sollen die denn hinter allen Eigenschaften sein? Ohne Eigenschaften kann man überhaupt nichts über sie aussagen, sie sind wieder dieses völlig unbekannte x (wie der Mann ohne Eigenschaften &ndash; wie soll man den ohne seine Eigenschaften beschreiben?). Durch die Ontologie, die Eigenschaftsträger annimmt, wird also hintenrum eine letzte Kluft zwischen Denken und Wirklichkeit beibehalten.<br><br>Also braucht es eine andere Sprache mit einer anderen Semantik, die eine andere Ontologie impliziert. Und hier kommt Puntels Hauptthese ins Spiel: Alles ist Struktur. Das Wesen der Welt besteht in ihrer Denkbarkeit und Offenheit für Repräsentation durch Sprachstrukturen gemäss dem alten scholastischen Axiom: <em>omne ens est verum</em> (frei übersetzt: Alles Seiende ist erkennbar). D.h., es gibt keine Strukturen, die in keiner möglichen Sprache ausgedrückt werden können. Wenn man etwas nicht ausdrücken kann, dann liegt das nicht an der Welt, sondern dann ist unsere Sprache zu schwach und wir brauchen eine bessere. Später im Buch wird dann explizit eine passende Semantik dafür entwickelt, so dass die Philosophie wenigstens in den Grundzügen einfach schlichtweg alles in den Griff bekommt, was es überhaupt gibt (das "uneingeschränkte <em>universe of discourse</em>").</p>]]></description>
<link>http://lesemaschine.de/index.html?nr=20081209220147</link>
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<dc:creator>Ruben Schneider</dc:creator >
<pubDate>Tue, 09 Dec 2008 22:01:47 +0100</pubDate>
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